"Der Junge schreit wie ein Irrer, wenn er was nicht bekommt."

"Wir sind Grosseltern von zwei Enkelkindern, einem Jungen und einem Mädchen, 4 und 7 Jahre alt. Der Junge macht grosse Probleme. Er schreit wie ein Irrer, wenn er etwas nicht bekommt oder wenn es nicht so läuft, wie er möchte. Nichts kann ihn beruhigen, er ist einfach total hysterisch. Zweimal pro Woche geht er in eine Krippe, wo er sich wie ein Lamm verhält. Die Betreuerinnen fragen jedes Mal, ob es wirklich das gleiche Kind sei, von dem unsere Tochter erzählt. Warum ist so ein Kind ausser Haus ganz anders? Er macht doch das alles sicher nicht bewusst." Annemarie, 63

Liebe Annemarie, ein Baby kommt zwar mit einem gewissen Temperament zur Welt, der Charakter des Kindes wird jedoch nicht vererbt, sondern entsteht in den ersten 6 Lebensjahren im Wechselspiel mit den Eltern. Viele ma­chen den Fehler, dass sie ihren Kindern genau dann zu viel erklären, mit ihnen schimpfen oder sie ermahnen, wenn sie sich unangemessen verhalten. Das spielt sich oft bei Kindern ein, die eifersüchtig auf ihre Geschwister sind. Dadurch be­lohnen die Eltern das Kind immer wieder mit negativer Aufmerksamkeit, und das Verhalten wird verstärkt. Oder ist Ihre Tochter vielleicht zu nachgiebig, und der Junge kann mit seinen Wutanfällen im­ mer wieder seinen Willen durchsetzen? Die Kinder merken nämlich unbewusst sehr schnell, bei wem sich das «Täubele» lohnt. Interessant ist doch, dass sich der Junge in der Krippe ganz unauffällig ver­halten kann. Der Schlüssel liegt also bei den Eltern: Wenn sie ihren Umgang in ge­wissen Situationen ändern und Ihr Enkel merkt, dass er mit seinen Wutanfällen nichts mehr erreichen kann, wird er sie auch bei den Eltern aufgeben

können.


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Viele Grosseltern hüten ihre Enkelkinder regelmässig. Sie machen sich Sorgen um ihre kleinen Lieblinge, weil das Kind nicht kooperiert, Wutanfälle hat, aggressiv ist, quengelt oder nicht lernt. Was tun, wenn unterschiedliche Erziehungsvorstellungen zu Konflikten mit den eigenen Kindern führen? In diesem Buch stellen viele Grosseltern ihre Fragen und erhalten von der Psychologin lebensnahe Antworten. Weiter vermittelt das Buch leicht verständliches Fachwissen für jede kindliche Altersstufe und zeigt anhand vieler Beispiele praktische, leicht umsetzbare Lösungswege für einen ermutigenden und gewaltfreien Umgang mit Ihrem Enkelkind.


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© Text: Christine Hefti, Foto: Fotolia

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"Mein neuer Freund stellt mir seine Kinder nicht vor." "Der Sohn meines Partners lehnt mich ab." "Meine Stiefmutter ist gemein zu mir." "Die Ex-Frau meines Partners hetzt seine Kinder gegen ihn auf." "Die Tochter meines Partners faulenzt und hilft im Haushalt nicht mit." "Seitdem unser Sohn eine neue Partnerin hat, dürfen wir unseren Enkel nicht mehr sehen." Diese und viele andere Problemstellungen werden von der Psychologin aufgegriffen. Sie gibt lebensnahe Tipps, wie solche Situationen gelöst werden können.